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Kilian-Köhler-Centrum

 

Geschichte und Zielsetzungen

Das von der Köhler-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft geförderte Centrum wurde im August 2014 am Lehrstuhl für Sozialtheorie und Sozialpsychologie der Ruhr-Universität Bochum etabliert. Es ist das Ergebnis einer institutionellen Entwicklung, die mit der Einrichtung des Kilian-Köhler-Archivs im Jahre 2010 und dem von 2011 bis 2019 vergebenen Hans-Kilian-Preis für herausragende Forscherpersönlichkeiten begann.

Das KKC übernimmt verschiedene Aufgaben im Feld einer interdisziplinär und international ausgerichteten Psychologie und Psychoanalyse. Im Zentrum stehen Per-spektiven einer historisch interessierten, sozial- und kulturwissenschaftlichen Psycho-logie, insbesondere in Gestalt der zeitgenössischen Handlungs- und Kulturpsychologie. Der Dialog mit Nachbardisziplinen wie der der Soziologie, Ethnologie, Geschichts-wissenschaft und Anthropologie, der Erziehungswissenschaft und Philosophie ist dabei ebenso wichtig wie das Engagement in inter- und transdisziplinären Forschungszweigen wie etwa den Cultural Studies, Gender Studies, Postcolonial Studies oder Religious Studies.

Entsprechend hat das Centrum im Lauf der vergangenen Jahre eine ganze Reihe weiterer wissenschaftlicher Aktivitäten nach sich gezogen. Dazu zählen alle jetzigen Säulen des KKC:

 

 

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Die im Centrum mitwirkenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind ange-halten, im Sinne der Köhler-Stiftung und des von ihr regelmäßig ausgelobten inter-nationalen Forschungspreises für exzellente Leistungen in den interdisziplinären Wissen-schaften vom Menschen alle oben genannten Aufgaben zu erfüllen und neue Ideen im Geist der Statute der Köhler-Stiftung und des Hans-Kilian-Preises zu entwickeln.

Benannt ist das Zentrum nach zwei Forscherpersönlichkeiten, die sowohl akademisch als auch biographisch eng miteinander verbunden waren:

 

 

 

Kilian JungKilian 81

 

Hans Kilian (1921-2008), Dr. med., war von 1971-1984 Ordinarius für Sozialpsychologie und Angewandte Psychoanalyse an der Gesamthochschule/Universität Kassel. Seine Arbeitsschwerpunkte lagen in der Psychosomatik, der Arbeitspsychologie, der kultur-evolutionären Anthropologie wie auch in der psychosozialen und psychohistorischen Forschung. Mit seiner interdisziplinären Ausrichtung und in der Überzeugung, die psychi-sche Entwicklung des Menschen nur mit Blick auf ihre kulturellen Aspekte verstehen zu können, nahm er wichtige Grundzüge einer kulturwissenschaftlichen Psychologie vorweg.

 

 

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Lotte Köhler (*1925), Dr. med., erhielt ihre Ausbildung zur Psychoanalytikerin in Mün-chen und Zürich. Ihre besonderen Interes-sensgebiete sind die Entwicklung von Selbst und Gedächtnis in den ersten Lebensjahren des Menschen, sowie Theorien zur Mutter-Kind-Bindung. Gemeinsam mit Hans Kilian war sie maßgeblich daran beteiligt, seit den 1970er Jahren die Selbstpsychologie Heinz Kohuts in Deutschland bekannt zu machen. Ihre bereits in den 1950er Jahren aufgenommene unternehmerische Tätigkeit beendete sie 1987 mit Gründung der Köhler-Stiftung zur Förderung der Wissenschaften vom Menschen im Stifterverband.

 

 

Das Centrum möchte mit seiner Arbeit neue Impulse im Feld einer theoretisch und empirisch arbeitenden Psychologie und Psychoanalyse sowie ihren Nachbardisziplinen setzen. Vorrang besitzen Aktivitäten zur weiteren Konturierung einer interdisziplinären, sozial- und kulturwissenschaftlichen Psychologie und Psychoanalyse, deren generelles Interesse an Geschichte und Gegenwart eng mit den Ambitionen einer integrativen und historischen Anthropologie verwoben ist. Im Centrum werden grundlegende Fragen von herausragender wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung behandelt.